Klaus Kux

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Klaus Kux

Klaus Kux (* 28.08.1958 in Lichtenstein (Sachsen, Deutschland) ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler und Gymnasiallehrer für Kunst.

1. Biografie

Klaus Kux lebt zusammen mit seiner Frau Birgit Kux (geb. Hergesell) in der Gemeinde Callenberg, OT Langenchursdorf (Sachsen). Birgit und Klaus Kux heirateten 1980 und haben drei Kinder. Er wuchs in Gersdorf auf. Seine Mutter arbeitete als Näherin und sein Vater war Schweißer im VEB Betonwerk.

Bereits als Kind malte und zeichnete er viel. Nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule (DDR), dem Abitur sowie einer Lehre als Zerspanungsfacharbeiter/Maschinenbauzeichner schloss er 1982 ein Lehrerstudium an der damaligen Technischen Hochschule (heute Technische Universität) in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) mit dem Prädikat „Sehr gut“ ab. Es folgte eine Tätigkeit als Technik-Lehrer bei einem parallel laufendem Abendstudium in Malerei und Grafik an der damaligen Kulturakademie Karl-Marx-Stadt mit dem Abschluss als Zirkelleiter.

Während der Lehre erlitt Klaus Kux einen Arbeitsunfall, welcher zur Erblindung des rechten Auges führte. Es erfolgte die Ausmusterung vom Wehrdienst.

Die 1980iger Jahre waren geprägt von umfangreichem Lernen in Malerei und Grafik. Kux widmete sich mit Begeisterung der Mailart-Szene und unterhielt nach kürzester Zeit zahlreiche Kontakte zu Künstlern im In- und Ausland, insbesondere in das sogenannte „Nicht sozialistische Weltsystem“.

Auf Grund von Änderungen in den militärischen Gesetzlichkeiten wurde Kux 1984 dennoch zum Wehrdienst in die NVA (Nationale Volksarmee - DDR) eingezogen. Als Soldat diente er in einer Nachrichteneinheit in Holzdorf. („Bunkerfunker“).

Eben diese Armeezeit trug wesentlich zur Ausprägung seines humanistischen Weltbildes bei. In dieser Zeit brachte er das Kunst-Projekt „Peacedream“ zur Aufführung.

Selbst vermutend, wurde Kux von 1983 bis 1989 von der damaligen Staatssicherheit durch mehrere Spitzel überwacht. Die heute bekannte Akte enthält 183 Seiten Protokolle.

Während der Dienstzeit trieb er viel Sport.
Ferner wurde ihm von Armeeoffizieren vorgeworfen, die Kontakte ins westliche Ausland weitergeführt zu haben, was durch einen schweren Verweis am Tag der Entlassung aus dem Wehrdienst geahndet wurde.

Trotz mehrerer Werbeversuche durch entsprechende Angestellte der Staatsorgane trat er nicht in die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) ein.

Gleichwohl unterrichtete Kux weiter als Kunstlehrer, schloss in den folgenden Jahren ein zweites berufsbegleitendes Studium an der Technischen Universität Dresden (Prof. Unger, Profn. Lange) mit dem ersten und zweiten Staatsexamen als Gymnasiallehrer Kunst ab (Prädikat 1,5).

2. Zur Kunst

Die Korrespondenz in der Mailart-Szene erweiterte seinen künstlerischen Horizont für sogenannte DDR-Verhältnisse ungemein (Dr. phil. Klaus Groh). Insbesondere moderne Kunstströmungen waren das besondere Interesse von Kux. Die politische Wende in der DDR 1989 empfand er wie eine Befreiung, denn viele von diesen Brieffreunden konnte er nun besuchen. Einen besonderen Kontakt unterhielt Kux mit Franz-Milan Wirth, einen „alten“ Künstler aus Wien, der ihm in ungezählten Briefen den Aspekt des Menschlichen in der Kunst nahe brachte.

Völlig unerwartet und überrascht war Kux vom enormen Erfolg seiner Zeichnungen, Mischtechniken auf Papier, die er bei zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Institutionen im In- und Ausland zeigte. Die Arbeiten dieser 1990iger Jahre folgten zumeist den Themen Porträt und Akt. Eine Ausstellungsbeteiligung auf der 1999 stattfindenden Biennale Internazionale Dell`Arte Contemporanea in Florenz bildete einen gewissen Höhepunkt dieser Schaffensperiode.

Von 1996 bis 2006 war Kux neben Bettina Uhlig (heute Profn. an der Universität Hildesheim), der Familie Ingrid und Eckart Trommer (Kunsthandwerk) und Günter Böttger (Künstler in Wiederau) Gründer und Mitorganisator des Projekts „Kunst in der Scheune“ in Königshain Ortsteil Wiederau, in dessen Verlauf zahlreiche Künstler der engeren und weiteren Umgebung Möglichkeiten der Präsentation erhielten.

Um die Jahre 2000 realisierte Kux seine ersten Ideen zur Perfomance-Kunst. Ferner wandte er sich mehr und mehr dem Extremsport zu, welchen er immer als einen guten Ausgleich zur geistigen Arbeit an sah.

Viele Reisen, insbesondere nach Italien, beeinflussten seine künstlerische Arbeit erneut recht tiefgreifend. Plötzlich waren da die großen „Klassiker der Renaissance“ im Original erlebbar. Die Wucht dieser Kunst verfehlte ihre Ausstrahlung nicht. Weiter ist ein Besuch des Forum Romanums 2003 hervorzuheben. Fortan sollte das alte und das neue Rom sich zum immer wieder kehrenden Punkt seine Kunst gestalten. Für das Reifen verschiedener Ideen ließ er sich Zeit. 2004 gründete er zusammen mit jungen Musikern aus Chemnitz die Gruppe „drawing rhythm“. Hier erfolgten mehrere Performance-Auftritte, wobei Kux das Energiefeld der Trommelmusik nutzte, um beidhändig zeichnerische Impulse auf großformatige Leinwände oder Papier zu bringen. Im gleichen Jahr hatte Kux die Gelegenheit in der Tate Gallery in London Werke des Künstlers Francis Bacon zu sehen. Er kommentierte dieses Erlebnis mit den Worten: „ Das ist die Vollendung der Malerei des 20. Jahrhunderts, wenn nicht der Malerei schlechthin.“

Es findet ein weiterer fließender Übergang in eine neue Schaffensperiode statt.

Daraufhin sah Kux es als keine andere Möglichkeit an, seine künstlerische Arbeit im interdisziplinären Bereich fortzusetzen. Er hatte die Idee seine durchaus beachtenswerten sportlichen Möglichkeiten mit dem Künstlerischen zu verbinden und so arbeitete er in Gesamtkunstwerken, so genannten „Sinfonien“, weiter.

3. Die Sinfonien

2007

Die „Römische Sinfonie II“ sollte dabei der Auftakt sein. Durch eisernes Training vorbereitet erfolgte eine spektakuläre Alleinfahrt mit dem Rennrad vom Heimatort nach Rom in nur 11 Tagen (ohne Doping). Jedem gefahrenen Kilometer der Wegstrecke ist dabei eine thematische Handzeichnung zuzuordnen. Ferner war die Aktion mit Besuchen der Bürgermeister der Städte und Gemeinden sowie einer zeitnahen Dokumentation im Internet verbunden. Exakt 100 Jahre nach Picassos Bild „Les Demoiselles d’Avignon“ kommt es hier zu einem radikalen Bruch mit Althergebrachtem. Für ihn war damit der Grundstein zu seinen völlig neuen Ausdrucksformen gelegt.

2009

In der „Sinfonie IV – Großes Puzzle“ widmet sich Kux der Geschichte Europas. Die Varusschlacht vor 2000 Jahren war das auslösende Moment. Hier entdeckt er für sich das Internet als weiteres formales Ausdrucksmittel. Es entsteht ein etwas anderes illustriertes Buch, welches das Gestern, die Gegenwart und eine Vision ins Morgen beschreibt. Stille Kunstaktionen an Originalschauplätzen der Geschichte sowie eine Wanderung über 234 km auf den Spuren der alten Römer zusammen mit Ehefrau Birgit begleiteten das Vorhaben. Seine künstlerischen Ideen entwickeln sich zu Jahresarbeiten.

2010

„Sinfonie V – Meditation“

2011

Einer nahezu mystischen Eingebung folgend entsteht in diesem Jahr das Gesamtkunstwerk „Sinfonie VI – Anschauungen zu Sparta“. Kux ist von der absoluten Willensstärke der alten Spartaner beeindruckt, besucht wiederum geschichtsträchtige Gebiete, wie Delphi, Athen und Marathon und rekapituliert seine Erlebnisse als Soldat. Vor dem Hintergrund der Tatsache, welch unsägliche Mühen es macht ein Kind großzuziehen, es vermeintlich als Soldat auszubilden, um es in einer Schlacht sinnlos zu opfern, trainiert Kux erneut entsprechend hart. Kux realisiert einen Extremlauf auf dem Nürburgring. Neu im Schatz seiner formalen Mittel ist das Herstellen eigener kleiner Filmsequenzen für die Internetplattform Youtube.

2012

Kunst-Pause

2013

Die Arbeiten an dem Gesamtkunstwerk „Sinfonie VII – Poesie der Steine“ sind abgeschlossen. Kux stellt die Phänomene Steinmauern, Tageszeitungen und Menschenbilder in einen künstlerischen Kontext. Vor dem Hintergrund geopolitischer Ereignisse, die im eigentlichen Sinne mit rational-normalen Betrachtungsstandpunkten kaum mehr zu erklären sind, verweist er auf die Ewigkeit und das Flüchtige des gedruckten Wortes eines Tages. Ein inhaltlich gebundenes System im Internet sowie eine Extremwanderung entlang des Hadrianswalls in Großbritannien begleiteten diesmal seine Kunst.

2014 bis 2018

2015

"Icon - 2015"

2016

Netnetismus

2017

tgames, www.∃r_FORMEN@google.com

2018

Beendigung des Gesamt- und Prozesskunstwerks „Sinfonie VIII – Erinnerung“, Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Lichtenstein (Sachsen) bei der Ausstellung
„Wenn aus Helden Opfer werden.“

4. Die Gegenwart

Eingebunden in stabile familiäre Verhältnisse lebt und arbeitet Kux nach wie vor in Callenberg/OT Langenchursdorf und in Hohenstein-Ernstthal (Sachsenring-Rennen, Karl-May-Geburtsstadt). Seine Frau Birgit ist dabei Muse und Kritikerin gleichzeitig.

Als Künstler verwirklicht Kux seine Ideen als Einzelschaffender. Seinen Erfahrungen folgend sagt er: „Da brauche ich auf keinen Rücksicht zu nehmen.“

Vieles in der Kunst von Kux, insbesondere der letzten Jahre ist im vergegenständlichten Sinne nur zu einem Teil greifbar. Richtungsweisend und Ansporn für seine künstlerische Arbeit jedoch sind die Möglichkeiten in unserer Gegenwart, die es in nahezu grenzenlosen Dimensionen zu erforschen gilt.

Kux` Kunst bedient weder geschmackliche Befindlichkeiten noch lässt sie sich auf eine Ideologie ein. Der konsequente Einsatz des Sports und des Internets verleihen seiner Kunst vom Charakter her etwas Sprödes, Kantiges und für die Kunstwelt einen eher ungewöhnlichen Aspekt. Es bleibt die Frage offen, wie sich die Kunst im 21. Jahrhundert weiter definieren wird.

5. Das Werk

6. Zitate

7. Weblinks

www.kux-art.de

Youtube-Kanal

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Freie Presse Sachsen

Webseite der Gemeinde Callenberg

Atelier3a

Mail-Art in der DDR: eine intermediale Subkultur im Kontext der Avantgarde, Franziska Dittert